Mit dem Camper durch die Bretagne
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ToggleVon der Freiheit, einfach mit dem Camper loszufahren – meine 5 Highlights in der Bretagne
In die Bretagne mit dem Camper* zu reisen, ist eine spontane Entscheidung. Eine Freundin schlägt es vor – sie ist bereits allein mit ihrem Camper unterwegs und fragt, ob ich nicht mit meinem Camper Kermit dazu stoßen möchte. Ich habe keine festen Vorstellungen von der Bretagne und recherchiere kurz online. Die Strecke von Köln nach Lorient – rund 1000 Kilometer – scheint in zwei Tagen machbar, und die Küste wirkt einladend. Also mache ich mich Mitte August nach einem kurzen Werkstattbesuch, einem Einkauf* im Supermarkt und mit vollem Tank entspannt auf den Weg.
Meine Reiseroute: 4 Wochen Bretagne
Ich entscheide meist spontan, wie lange ich fahre und wo ich übernachte. Am späten Nachmittag oder Abend suche ich mir einen Stellplatz – am liebsten frei in der Natur. Campingplätze nutze ich selten. Sichere Stellplätze finde ich über die App Park4Night, die auch Campingplätze und alternative Übernachtungsmöglichkeiten anzeigt.
Ein großer Pluspunkt: Freistehen ist in der Bretagne unkompliziert. Viele offizielle Stellplätze und Übernachtungsparkplätze stehen zur Verfügung. Nur an beliebten Touristenorten wie der Rosa Granitküste oder der Smaragdküste gibt es Wohnmobilverbote oder Höhenbeschränkungen.
Mit dem Camper magische Orte entdecken
Die Bretagne fasziniert mit wilder Natur, endlosen Küsten, versteckten Buchten und charmanten Dörfern. Neben der Rauheit des Atlantiks liegt eine besondere Ruhe in der Luft. Ich fühle mich sofort wohl. Sonnenuntergänge tauchen die Landschaft in spektakuläre Farben, violette Heide kontrastiert mit türkisblauem Meer, während der Wind die salzige Frische des Ozeans trägt. Die Weite vermittelt mir ein tiefes Gefühl von Freiheit.
Auf meiner Reise begegne ich herzlichen Menschen. Die Küstenbewohner strahlen eine besondere Gelassenheit aus – vermutlich, weil sie mit den Gezeiten leben. Viele Künstler, Schriftsteller und Kreative zieht es hierher. In den kleinsten Orten gibt es Ausstellungen, Kunsthandwerk und Musik. Auch ich verfalle dem Zauber der Bretagne. Vielleicht liegt es an den rätselhaften Dolmen und Menhiren, die sich überall in der Landschaft erheben – Relikte aus der Steinzeit. Besonders die bizarren Felsformationen der Rosa Granitküste regen meine Fantasie an – in den vom Wasser geformten Steinen erkenne ich Gesichter und Tiere.

Meine 5 Highlights in der Bretagne
Huelgoat – Der Zauberwald
Als ich erstmals vom Zauberwald Huelgoat höre, bin ich sofort neugierig. Der Wald liegt im Landesinneren, nahe des gleichnamigen Ortes, rund 30 Kilometer südlich von Morlaix. Ich parke meinen Camper am Waldrand und übernachte dort zwei Nächte – trotz August ist es kühl.
Beim ersten Betreten des Waldes umfängt mich eine fast magische Stille. Die feuchte Erde duftet intensiv, das Licht fällt in geheimnisvollen Strahlen durch das Blätterdach. Überall entdecke ich skurril geformte Felsen und versteckte Menhire. Die mystischen Namen der Orte beflügeln meine Fantasie: Arthurs Lager – hier soll König Arthur mit seinen Rittern geruht haben. Am Teich der Feen tanzen Lichtreflexe wie geisterhafte Wesen über das Wasser. Besonders beeindruckend ist die dunkle Teufelsgrotte. Durch einen engen Felsspalt klettere ich hinab, bis mich das donnernde Rauschen eines Wasserfalls umfängt. Das Licht, das durch Ritzen in die Höhle dringt, verstärkt die mystische Atmosphäre.
Ich wandere stundenlang durch den Wald, folge kleinen Pfaden und lasse mich treiben. Es ist ein Ort voller Geheimnisse, an dem ich die Zeit vergesse. Abends besuche ich ein kleines Buchcafé, wo eine italienische Künstlerin in einem alten Dialekt singt – ein Moment voller Magie. Voller Energie und mit neuen Eindrücken verlasse ich Huelgoat nach zwei Tagen und fahre zurück an die Küste.
Kerzerho – Rätselhafte Megalithen
Auf dem Weg nach Lorient entdecke ich zufällig die Steinreihen von Kerzerho in Erdeven, 30 Kilometer westlich von Vannes. Im Gegensatz zu den berühmten Steinen von Carnac sind diese frei zugänglich. Ich schlendere durch die jahrtausendealten Steingruppen und bestaune den imposanten, sechs Meter hohen Megalith mit seinen 40 Tonnen. Noch immer ist unklar, wer diese Steine aufgestellt hat – und warum. Die Aura dieses Ortes berührt mich tief.
Lorient – Das interkeltische Festival
Lorient überrascht mich in vielerlei Hinsicht. Die Stadt ist moderner als viele andere Orte in der Bretagne, doch ihre kulturelle Tiefe fasziniert mich. Zufällig fällt meine Reisezeit mit dem größten interkeltischen Musik- und Kulturfestival in Lorient zusammen. Jedes Jahr zieht es rund 750.000 Besucher an.
Schon bei meiner Ankunft auf dem riesigen Parkplatz sind zahlreiche Camper vor Ort. Ich reserviere mit meinem Fahrrad einen Platz für meine Freundin. Die Stadt ist festlich geschmückt, Musik schallt aus Kneipen und von Bühnen. Zwei Tage tauche ich in die keltische Welt ein. Dudelsackmusik, Tanz und Gesang in alten Dialekten erzeugen eine mitreißende Atmosphäre. Die abendliche Show im Stadion beeindruckt mich mit einer spektakulären Lichtinszenierung – auch wenn der strömende Regen für rutschige Tanzböden sorgt.
Am nächsten Tag zieht eine farbenfrohe Parade durch die Stadt. Drei Stunden lang schwenken Gruppen ihre Fahnen, tanzen in traditionellen Trachten und singen mit voller Inbrunst. Noch lange danach hallen Dudelsackklänge in meinen Ohren nach. Ein ungeplantes, aber unvergessliches Highlight!
Die Rosa Granitküste – Stellplatz in Landrellec
Einen der schönsten Stellplätze finde ich in Landrellec, direkt am Meer. Drei Tage erkunde ich mit dem Fahrrad die atemberaubende Rosa Granitküste. Der Küstenabschnitt zwischen Trégastel und Perros-Guirec begeistert mit seinen einzigartig geformten, rosafarbenen Felsen, die im Sonnenlicht leuchten. Ich wandere stundenlang entlang der Küste, bewundere das Zusammenspiel von Licht und Schatten und lasse meiner Fantasie freien Lauf. Mich beeindrucken besonders die riesigen Felsformationen am Ploumanac’h, die wie skulpturale Kunstwerke aus der Natur wirken.
Meneham – Das verborgene Fischerdorf
Meneham, ein restauriertes Fischerdorf in Kerlouan, liegt versteckt zwischen riesigen, bizarr geformten Felsen am Meer. Ein Tipp von Campern bringt mich hierher – und ich bin dankbar dafür.
Die untergehende Sonne taucht die Felsen in goldenes Licht. Ich erkunde jede Ecke, klettere über die Steine und genieße das Panorama. Das Dorf ist heute ein Museum, das die Geschichte seiner ehemaligen Bewohner erzählt. Zufällig finde ich mich in einer Theateraufführung wieder – auf Französisch und das Publikum lacht viel. Am nahegelegenen Strand weht eine frische Brise, und ich sehe Kitesurfer, die über die Wellen gleiten. Ein perfekter Ort zum Verweilen.
Am Abend fahre ich weiter und finde einen Stellplatz am Meer. Ich koche Pasta, unterhalte mich mit anderen Campern und falle glücklich ins Bett.
Fazit: Spontan reisen – die beste Entscheidung
Die Bretagne hat mich verzaubert. Ohne feste Planung habe ich großartige Orte entdeckt und inspirierende Menschen getroffen. Oft sind es die unerwarteten Momente, die eine Reise besonders machen.
Meine Essenstipps:
- Probiere unbedingt bretonische Galettes aus Buchweizenmehl.
- Genieße in Quimper die köstlichen Macarons.
- Besuche die bunten Märkte und koste lokale Spezialitäten.
Meine Sicherheitstipps:
- Übernachte auf Stellplätzen mit anderen Campern.
- Vertraue deinem Bauchgefühl – ein unsicherer Platz ist es nicht wert.
- Meide Übernachtungen direkt am Strand – die Gezeiten sind tückisch.
- Teile Freunden oder Familie per Messenger deinen Standort mit.
Wann warst du zuletzt spontan unterwegs – oder hast du jetzt Lust bekommen? Schreib mir in den Kommentaren!
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6 Kommentare
Katharina
Was für ein schöner Beitrag, liebe Samera! Nachdem ich 2023 in der Normandie war, hat mich das Frankreich-Fieber gepackt und die Bretagne steht ganz oben auf meiner Reise-Wunschliste. Nach deinem Beitrag habe ich noch größere Lust, direkt loszufahren! 🙂
Samera Zagala
Liebe Katharina, die Bretagne wird dich verzaubern. Lass sie nicht zu lange auf dich warten. Ich danke dir für dein herzliches Feedback. Melde dich gerne über das Kontaktformular, falls du noch Reisetipps möchtest.
Adelheid
liebe Samera, es freut mich so, dass es dir gut geht! Den blog finde ich eine sehr schöne Idee, um anderen Frauen Mut zu machen. ganz herzliche Grüße auch von Heinrich.
Samera Zagala
Liebe Adelheid, herzlichen Dank für dein liebes Feedback. Liebe Grüße auch an Heinrich.
Anna
Am liebsten möchte ich gleich losfahren! Tolle Fotos und Eindrücke 🧡
Samera Zagala
Das freut mich, liebe Anna. Lieben Dank. Gerne gebe ich dir Tipps, falls du in die Bretagne reisen möchtest.