Motivation

Wenn die Reiselust größer ist als die Angst

Schon früh begeisterte mich das Reisen: Ungarn, Dänemark, Italien, Paris, London – die ersten Schritte in die Welt. Mit 18 dann der große Schritt: meine erste Flugreise nach Korfu mit einer Freundin. Zum ersten Mal ohne Eltern oder eine Gruppe unterwegs zu sein, war eine besondere Erfahrung. Aufgewachsen in einer Kleinstadt in Südhessen, wurde der Frankfurter Flughafen mein Tor zur Welt. Diese Leidenschaft prägte auch meine Berufswahl als Journalistin und Fotografin.

Neugier und Abenteuerlust trieben mich weiter: Südafrika, Australien, Syrien, die USA, Brasilien, Indien und viele weitere Länder folgten. Bisher habe ich 40 Länder bereist – oft mit dem Flugzeug, doch seit 2021 bevorzuge ich das Reisen mit Kermit, meinem selbst ausgebauten Camper.

Aus der Komfortzone heraus und über sich hinauswachsen

Was mich am Reisen so fasziniert, ist nicht nur das Entdecken neuer Orte, Kulturen, Menschen und Sprachen, sondern auch das, was ich dabei über mich selbst lerne. Reisen fordert mich heraus, lässt mich meine Komfortzone verlassen und zwingt mich, mich auf neue Situationen einzulassen. Sprachbarrieren, interkulturelle Unterschiede und ungewohnte Lebensweisen stellen mich vor Herausforderungen, doch jede gemeisterte Situation gibt mir Selbstvertrauen und innere Stärke. Diese wertvollen Erfahrungen helfen mir nicht nur unterwegs, sondern auch in meinem Alltag in Deutschland.

Besonders bewegend ist die Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen, denen ich begegne. Oft sind es nicht perfekte Sprachkenntnisse, die Verbindungen schaffen, sondern ein aufrichtiges Lächeln und gegenseitiges Interesse.

„Das würde ich mich nie trauen!“

Diesen Satz höre ich oft, wenn ich von meinen Reisen erzähle – sei es von einer spontanen Reise nach Südafrika ohne festen Plan, meinem Praktikum beim ZDF in Tel Aviv oder meiner ersten Camper-Tour mit Kermit, bei der ich fünf Monate alleine durch Südeuropa reiste. Doch für mich ist Reisen essenziell. Es bereichert, inspiriert und lässt mich wachsen. Nicht zu reisen, nur weil ich alleine bin, kommt für mich nicht infrage.

Ich genieße es, spontan unterwegs zu sein, ohne alles durchzutakten. Nach Jahren voller To-do-Listen im Arbeitsalltag lasse ich mich lieber treiben und entdecke das Abenteuer in meinem eigenen Tempo. Freizeit sollte kein weiterer Punkt auf der Checkliste sein – wahre Entspannung entsteht, wenn man sich auf den Moment einlässt.

Alleinreisen bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit

Viele meiner Freunde sind familiär gebunden oder haben Verpflichtungen, die sie nicht spontan oder länger verreisen lassen. Ich aber lasse mich davon nicht aufhalten. Ich liebe es, allein zu reisen – meine Gedanken schweifen zu lassen, Neues zu entdecken und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Allein ist man unabhängig, kann spontan Pläne ändern und kommt leichter mit Einheimischen ins Gespräch. Oft entstehen dadurch besondere Begegnungen und unvergessliche Momente, die in Begleitung vielleicht gar nicht möglich gewesen wären.

Interessanterweise merke ich diesen Unterschied besonders, wenn ich doch einmal mit einer Freundin verreise. Alleinreisen bietet eine ganz eigene Intensität und Freiheit, die ich nicht missen möchte.

Das Bild zeigt den Rheinpark in Köln mit Wiesen und die Abendsonne, die durch die Bäume am Rhein scheint.

„Trau dich und staune, wie gut es sich anfühlt!“

Oft werde ich gefragt: „Hast du keine Angst so als Frau alleine zu reisen? Ist das nicht unsicher?“ Meine Antwort: Risiken gibt es überall, ob zu Hause oder unterwegs. Wichtig ist, auf die eigene Intuition zu vertrauen und bewusste Entscheidungen zu treffen. In der Tat sehe ich auf meinen Reisen nicht viele alleinreisende Frauen, umso mehr freue ich mich, wenn ich einer begegne.

Mit diesem Blog möchte ich Frauen Mut machen, sich auf eigene Abenteuer einzulassen. Insbesondere Frauen ab 50 möchte ich inspirieren, sich ihre Reiseträume zu erfüllen – gerade wenn sich die Lebensumstände verändert haben. Vielleicht sind die Kinder aus dem Haus, eine Trennung hat neue Freiheiten geschaffen oder das Berufsleben lässt endlich Raum für eigene Wünsche. Dennoch zögern viele, weil sie sich fragen: „Bin ich nicht zu alt? Kann ich jetzt überhaupt noch allein zu reisen?“ Doch es ist nie zu spät!

Jede Phase des Lebens bietet die Chance, neue Wege zu gehen. Wer sich einmal traut, wird feststellen, wie befreiend und bereichernd das Alleinreisen sein kann. Mein Rat: Einfach los! Besser unperfekt reisen als es gar nicht zu tun. Es gibt kaum ein besseres Gefühl, als ein Abenteuer allein gemeistert zu haben und festzustellen: Ich kann das – und es fühlt sich großartig an!

Auf dem Foto ist ein Sonnenuntergang am Meer in Holland zu sehen. Der Sandstrand ist menschenleer und der Blick von oben in die Weite mit Dünen und leicht bewölktem Himmel.

Alleinreisen für Anfängerinnen

Falls du unsicher bist, starte klein.

  • Geh diese Woche allein in ein Restaurant und genieße es bewusst.
  • Mach einen Tagesausflug in die nächstgrößere Stadt oder einen spontanen Wochenendtrip ans Meer oder in die Berge.

So kannst du dich langsam an das Alleinreisen herantasten. Du wirst schnell merken, wie bereichernd es ist. Alleinreisen hat seine ganz eigene Qualität. Es muss nicht immer entweder oder sein – es kann eine wunderbare Ergänzung zu Reisen mit Familie, Freunden oder in Gruppen sein. Viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken!

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